Heimisch oder exotisch: Was bieten Superfoods?

  • Geschrieben von VeVeRo
  • Publiziert in Blog
  • Datum: Montag, 21 Oktober 2019 10:20
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Superfoods sind im Trend. Besonders häufig bekommen Früchte und Beeren aus fremden Kulturen das Prädikat super, dabei bieten auch regionale Lebensmittel ein wahres Nährstoff- Feuerwerk. Wir stellen Ihnen ein paar ausgewählte Trendbeeren und Früchte vor.

Teil I: Beeren und Früchte mit inneren Werten

Açai, Goji und Noni - schon die Namen verheißen Exklusivität und Gesundheit. Bei Holunder, schwarzer Johannisbeere und Sanddorn schwingt weniger exotisches Flair mit. VeVeRo erklärt, warum es sich lohnen kann, einen Blick sowohl auf exotische als auch auf heimische Superfoods zu werfen. Wir betrachten drei heimische und drei exotische Superfruits näher und gehen auf wertgebende Inhaltsstoffe, Herkunft und Verarbeitung ein.

Die Açaibeere

Die AçaibeereEine dunkel-violette Beere mit großem Kern erobert von Brasilien aus die Küchen gesundheitsbewusster Esser. Ihr Geschmack ist säuerlich-bitter. In ihrer Heimat gibt es sie frisch oder als Saft. Für den langen Weg nach Europa eignen sich Fruchtmark oder gefriergetrocknete Beeren. Auch Joghurt, Schokolade oder Mischgetränke mit der herben Frucht sind im Handel.

Die auffallende Farbe verrät den besonderen Inhaltsstoff: Anthocyan. Der Farbstoff kann antioxidativ wirken, die Zellen vor Schäden schützen und der Haut guttun. Das sind tolle Eigenschaften, die alle Lebensmittel mit diesem Farbstoffe aufweisen. Auch Holunder und schwarze Johannisbeeren, die in Deutschland wachsen. Dazu unten mehr.

Die Açaibeeren liefert zusätzlich verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, zum Beispiel Calcium. Die Früchte gelten als Schlankmacher, was jedoch noch nachzuweisen bleibt.

Die schwarze Johannisbeere

Die schwarze JohannisbeereEine ähnlich auffällige Farbe wie die Açaibeere haben schwarze Johannisbeeren. Sie enthalten ebenfalls den Farbstoff Anthocyan und liefern sogar noch mehr davon als die exotische Frucht. Bei den schwarzen, roten und weißen Sorten haben die schwarzen Johannisbeeren bei nahezu allen Inhaltsstoffen die Nase vorn. Sie liefern besonders viel Provitamin A, dass im Sehvermögen eine wichtige Rolle spielt, aber auch Haut und Schleimhäute beeinflusst. Die Kombination aus Eisen und reichlich Vitamin C erleichtert die Aufnahme des Mineralstoffs, der für den Sauerstofftransport im Blut notwendig ist. Sogar Phosphor und Calcium für Zähne und Knochen enthält die heimische Superfrucht.

Im Gegensatz zur weit gereisten Açaibeere können schwarze Johannisbeeren mit einem kurzen Transportweg und geringeren Auswirkungen auf die Umwelt punkten.

Die Holunderbeere

Die HolunderbeereAuch die kleinen, schwarzen Holunderbeeren wachsen an viele Orten in Deutschland. Sie liefern eine interessante Nährstoffkombination und gelten mit reichlich Vitamin C, Eisen und ätherischen Ölen als natürliches Heilmittel.

Roh sind die Beeren giftig. Daher werden sie zu Saft, Gelee oder Sirup verarbeitet. Auch Holunder enthält mehr des antioxidativ wirksamen Farbstoffs Anthocyan als Açaibeeren.

Die Gojibeere

Die GojibeereIn einer weiteren wunderschönen Farbe leuchtet die kleine, eiförmige Gojibeere: Ein knackiges Rot! Die Beere ist in Asien beheimatet und wächst vor allem in China. Den süß-sauren Geschmack gibt es bei uns vor allem als getrocknete Beeren, außerdem verarbeitet zu Saft, Pulver und Kapseln zu kaufen.

Bei den Inhaltsstoffen punkten Gojibeeren in vielen Bereichen: Die Vitamine A, C und E, aber auch Proteine, Ballaststoffe und die Mineralstoffe, Eisen, Calcium und Magnesium sind enthalten. Dazu Antioxidantien. So wundert es nicht, dass die roten Früchte als Alleskönner gelten. Sie sollen gut für Nerven, Muskeln, Knochen und Blut sein, die Verdauung und das Gedächtnis unterstützen und die Abwehrkräfte stärken. Leider fehlen bisher wissenschaftliche Nachweise für diese Wirkungen. Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass unerwünschte Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten auftreten. Ein bisschen Vorsicht ist also geboten!

Die Sanddornbeere

Die SanddornbeereKommen wir zurück nach Deutschland, denn auch hier gibt es Superbeeren in leuchtenden Farben. Es ist eine Augenweide: Die orangefarbenen Früchte des Sanddorns leuchten durch die charakteristischen Büsche in den Dünen der Ostsee.

Die kleinen Beeren schmecken sehr sauer und enthalten viele Vitamine, zum Beispiel Vitamin C und B12. Letzteres kommt sehr selten in Pflanzen vor und ist daher besonders wichtig in der veganen Ernährung. Die Mineralstoffe Eisen, Kalzium, Mangan und Magnesium gelten als wundheilend und entzündungshemmend.

Sanddorn wird zu Gelee, Fruchtaufstrich, Saft und Tee verarbeitet. Auch getrocknete Beeren sind erhältlich und schmecken pur oder im Müsli.

Noni-Früchte

Noni-FrüchteEine weitere exotische Trendfrucht ist Noni, auch Indische Maulbeere genannt. Sie wächst auf Hawaii, Madagaskar und in Mittelamerika in zapfenförmigen Verbänden, die etwa so groß wie ein Ei werden. In Deutschland gibt es sie meist als Saft, der verdünnt getrunken wird, denn der Geschmack ist ziemlich streng. Auch Püree, Pulver und die getrockneten Blätter als Tee sind im Handel. Die Produkte gelten in der EU als Novel Food, also ein neuartiges Lebensmittel, und wurden vor der Zulassung einer strengen Prüfung unterzogen. Die empfohlene Tagesdosis ist auf den Produkten vermerkt.

Noni-Früchte liefern essentielle Aminosäuren, Enzyme, Serotonin, sekundäre Pflanzenstoffe und den bislang unbekannten Stoff Xeronin. Sie sollen Heißhunger verringern, Schmerzen stillen, bei Allergien, Krebs und Schlaganfällen helfen. Doch leider fehlen auch hier handfeste Beweise dafür, dass Noni gegenüber anderen Fruchtsäften besonderes wirksam ist.

Von Anthocyan bis Zellschutz

Die beispielhaft beschriebenen Superfruits zeigen deutlich, dass es nicht das eine Lebensmittel gibt, das alles kann. Aber sowohl heimische als auch exotische Früchte und Beeren liefern spannende Inhaltsstoffe, die uns gut tun können. Ob als Saft, Püree oder getrocknet können die kleinen, bunten Kraftpakete unseren Speiseplan ergänzen und unserem Körper wichtige Nährstoffe zur Verfügung stellen. Noch ist längst nicht alles erforscht. Sicher ist, eine vielfältige und - im wahrsten Sinne des Wortes - bunte Ernährung ist wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden.

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